Daniel Glattauer – Gut gegen Nordwind (Emmi Rothner & Leo Leike 1)

Ich habe gerade etwas ganz verrücktes festgestellt. Ich bin seit 2009 in eine Geschichte verliebt, doch ich habe euch nie von dieser Geschichte erzählt.

Ich kann mich nicht mehr erinnern wie ich an diese Geschichte geraten bin, aber ich weiß noch das es das Hörbuch war. Ein Hörbuch, das die Email-Beziehung versucht hat mit Leben zu erfüllen. Inzwischen habe ich zu den Hörbüchern auch die Bücher, das Theaterstück als DVD und den Kinofilm gesehen.

Und nun werde ich euch von einer der schönsten Geschichten der Literatur erzählen.

Inhalt:

Ein falsch getippter Buchstabe und schon landet die E-Mail von Emmi Rothner irrtümlich bei dem Linguisten Leo Leike. Leo antwortet trotzdem. Ein lustiger Austausch nimmt seinen Lauf, der immer persönlicher wird. Gerade weil sich die beiden nicht kennen und daher keinen Gesichtsverlust befürchten müssen, vertrauen sie aneinander die intimsten Dinge an. Doch mehr als eine digitale Freundschaft wollen sie zunächst nicht. Aber was ist mit den Schmetterlingen im Bauch, die von jedem »Pling« im Mail-Postfach aufgescheucht werden? Und das obwohl Emmi mit Bernhard verheiratet ist, und Leo immer noch an seiner Ex-Freundin Marlene hängt …

Quelle: Randomhouse.de


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Meine Meinung:

Als ich die Geschichte von Emmi und Leo zum ersten Mal gehört habe, haben sich die Stimmen von Andrea Sawatzki und Christian Berkel in meinen Kopf gebannt. Ich habe von daher auch bei lesen die Stimmen dieses Paares gelesen – Andrea war für mich Emma Rothner und Christian war Leo Leike. Die Beiden haben etwas geschafft, das ich nicht glauben konnte. Sie haben seelenlose Einsen und Nullen mit Lesen, mit Liebe, mit Freude, mit Trauer und Hoffnung und Verlust erfüllt.

Daniel Glattauer hat mit „Gut gegen Nordwind“ bewiesen, das Emails laut und leise, gefühlvoll und kalt sein können. Das zwei Menschen sich online Kennenlernen, sich finden, sich verlieren, sich verstehen und missverstehen können. Und das man aus Emails so viel mehr lesen kann, als nur die Worte die geschrieben stehen.

Als Emmi Leo zum ersten Mal anschreibt, will sie nur ein Abo kündigen. Einen Buchstaben von ihrem Schicksal entfernt sitzt Leo vor seinem Computer. Und dieses Schicksal gibt dem Leser eine Achterbahn von tausend Gefühlen, es zeigt die Poesie, die auch in der digitalen Welt ihren Platz hat.

Daniel Glattauer hat Dialoge kreiert die voller Humor, voller Gefühle sind. Sowas habe ich bis dahin nicht gelesen und habe es auch nicht bis heute. Dieser Roman ist eine Verführung. Obwohl man wie emmi und Leo nur die Mails der Beiden zu lesen bekommt, erfährt man so viel von den Beiden. Man hat 2 Leben vor den Augen, die ehrlicher sind, als würde man die Beiden wirklich kennen. Sie sind realer, als es reale Menschen oftmals sind.

Und er hat etwas getan, was ich normalerweise hasse. Er hat seiner Geschichte kein Happy End gegeben. Es endet wie das Leben. Nicht immer hat das Leben eine Happy End parat und so wirkt diese Geschichte als wäre sie tatsächlich geschehen – vielleicht ist sie tatsächlich geschehen?!

2009 ist die Geschichte vom Buch auf die Theaterbühne gewechselt und 2019 fürs Kino verfilmt worden. Ich habe den Film 2019 im Kino gesehen, als ich zur Frankfurter Buchmesse gefahren bin und das Theaterstück als DVD vor 2 Tagen gesehen. Jetzt kenne ich Buch, Hörbuch, Theater und Film – und ich bin überrascht. Für mich waren Emmi und Leo immer Andrea und Christian – doch jetzt haben Ruth Brauer-Kvam und Alexander Pschill die Schauspieler des Theaterstücks diesen Platz übernommen. Ich habe die DVD gleich 2x hintereinander angesehen und ich war geflasht. Trotz einiger notwendiger Kürzungen der Geschichte hat mich diese Version so begeistert.

Auch den Kinofilm möchte ich, aber halt nicht mehr. Ich hatte den nötigen Abstand zum Buch, das ich die Umgestaltungen trotzdem im Gesamtbild genießen konnte, doch obwohl Alexander Fehling als Leo perfekt war, so konnte mich Nora Tschirner als Emmi nicht überzeugen und das hat mich überrascht. Ich bin ein Fan von Nora, doch Nora war nicht Emmi.

Fazit:Gut gegen Nordwind“ ist der Beweis das Einen und Nullen Humor und Gefühl transportieren können. Das man Menschen kennen lernen kann – auch ohne mit ein anderer zu sprechen – ohne einander zu sehen.

Daniel Glattauer hat mit „Gut gegen Nordwind“ eine der schönsten Liebesgeschichten des neuen Jahrtausends geschaffen.

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