Podcast – Gegen die Angst

Ich habe mich inzwischen an einigen Podcasts versucht. Als Fan würde ich mich nicht bezeichnen, aber Einige davon haben haben mich definitiv erreicht und aufgewühlt. Über einen von diesen will ich euch berichten. Ich würde mich freuen, wenn ihr weiter lest.

Inhalt:

Eine Theaterpremiere in Kabul. Das Publikum wartet gespannt. Ein Stück über Selbstmordanschläge wird aufgeführt. Plötzlich zerreißt eine Explosion den Saal. Die Zuschauer halten das zunächst für einen Teil der Inszenierung. Doch das, was hier geschieht, ist echt. Sie sind Opfer eines Selbstmordattentäters geworden.

Das Land steht still. Aber die Schauspieler, Künstler und Musiker lassen sich nicht lähmen. Sie kämpfen gegen den alltäglichen Terror an. Die Journalisten Ronja von Wurmb-Seibel und Niklas Schenck erzählen ihre Geschichte. Sie beginnt mit einem Anschlag, doch sie endet hier nicht.

Wie geht man mit der ständigen Angst vor Terror um? Was macht Angst mit uns allen? Und kann man lernen, mit ihr zu leben? Eine wahre Geschichte.

Quelle: Audible.de


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Meine Meinung:

Ich habe diesen Podcast sogar 2 gehört und selbst als ich dies hier schreibe, läuft er noch einmal mit. Dieser Podcast ist im Grunde die Vertonung des Dokumentationsfilms „TRUE WARRIORS“ von Niklas Schenck und Ronja Wurmb-Seibel. Was im Film durch Bilder von Orten, Geschehen, Anwesenden des Anschlags und Originalaufnahmen des Geschehen vor, während und nach dem Anschlag.

Alles in meinem Leben ist still geworden, vor allem mein Leben als Künstler. Doch wenn wir still bleiben, dann sterben wir. …

Gulab Bamik, Schauspieler, Gegen die Angst

Ich habe den Anschlag im IFA, dem französischen Kulturzentrum, recherchiert. Am 11. Dezember 2014 ist in Kabul eine bombe explodiert. Ein Jugendlicher hat sich während einer Theaterpremiere in die Luft gespengt. Während auf der Bühne Schauspieler dem Publikum die Augenblicke nach einem Attentat näher brachten, wurden sie Zeitgleich zu Opfern eines Attentats. Allein dieser Rahmen macht das ganze Absurd und ich habe beim hören eher das Gefühl eines Hörspiels gehabt. Doch es hat diesen Anschlag gegeben und alle Personen, die hier zu Wort kommen (abgesehen von Ronja und Niklas) waren vor Ort. Das Resultat dieses Anschlags waren 3 Toten (darunter der Attentäter) und zahllose Verletzte und ich habe nichts davon mitbekommen. Es war wieder eine Nachricht, über noch einen Anschlag in einem Land in dem gefühlt fast täglich ein Anschlag stattfindet.

Afghanische Schauspieler und Schauspielerinnen, Künstler, Lehrer – sie sprechen über ihre Erlebnisse vor dem Attentat, während und vor allem wie sie mit dem Erlebten um gehen mussten/konnten. Wie lebt man als Künstler in einem Land in dem es so lange keine Kultur geben durfte, in der es selbst jetzt noch vieler Orts nicht sein darf. Und wie sie damit gegen Vorurteile, und Intoleranz ankämpfen und bekämpft werden.

Mich haben diese Menschen beeindruckt. Obwohl sie Freunde verloren haben, obwohl sie den Terror live erleben mussten, obwohl sie bedroht wurden – haben sie nicht aufgegeben. Sie leben und sie spielen bis heute.

Es gibt Menschen, die echt sofort verstehen was Theater bewirken kann und dann gibt es Leute, die uns lieber umbringen wollen.

Nasir Formuli, Schauspieler, Gegen die Angst

Es ist beeindruckend, wie jeder seinen Web gefunden und trotz der Erlebnisse weitergegangen ist. Manche habe gerade dadurch erst ihren Platz gefunden, ihre Weg, ihre Kunst – das ist beeindruckend. An keinem vom ihnen ist der Terror spurlos vorbei gegangen.

Ronja von Wurmb-Seibel und Niklas Schenck stellen uns ihr Kabul vor, stellen ihre Interviewpartner und füllen sie Lücken, die sonst durch Bilder erreicht geschlossen werden. Beide lebten bis zum 13. Dezember 2014 in Kabul und nur durch den bereits gebuchten Rückflug nach Deutschland waren sie nicht im IFA an diesem Abend. Doch sie hatten Freunde dort.

Wenn Kabul sicher wäre, dann wäre es für mich die schönste Stadt der Welt.

Faiqa Sultani, Künstlerin, Gegen die Angst

Fazit: Mich hat das Leben, von dem hier berichtet wird erschreckt und berührt. Bei allem Drama und Horror, erlebt man Hoffnung und Liebe. Diese Menschen leben mit der Angst und sie schöpfen daraus auch ihre Kraft. Eine beeindruckend Geschichte von beeindruckenden Menschen!

P.S.: Habt ihr schon Bücher oder anders zum Thema Afghanistan oder Terroranschläge gelesen, gehört, gesehen? Wenn ja, dann welche/was?

TIPP: Die Dokumentation kann man gegen eine kleine Gebühr online anschauen. Ich habe es getan und geweint. Ich würde mich freuen, wenn auch ihr euch die „TRUE WARRIORS“ anschaut. Es ist nach beeindruckender, als nur den Postcast zu hören. Link zum Film – Pantaflix

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