Jason Reynolds – Long Way Down

Mit Long Way Down begegnete ich Jsaon Reynolds zum ersten Mal. Dieses Buch wäre anders, diese Geschichte etwas Besonderes – hörte ich zum ersten Mal auf der Leipziger Buchmesse und jetzt habe ich es lesen und kann euch erzählen, wie es für mich ist –was es für mich ist.

Inhalt:

Wills Bruder ist tot. Er wurde erschossen. Will fühlt eine Trauer, die er nicht in Worte fassen kann. Aber er kann DIE REGELN befolgen:

NR. 1: Weinen
Tu's nicht.
Egal was passiert.

NR. 2: JEMANDEN VERPFEIFEN
Tu's nicht.
Egal was passiert.

NR. 3: RACHE
Finde den, der getötet hat.
Und töte ihn.

Aber Schüsse können danebengehen. Und du kannst den Falschen erwischen. Und da ist immer einer, der DIE REGELN befolgen will.

(Quelle: Buchrücken)

Verlagsseite zum Buch – Link


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Meine Meinung:

OMG – dieses Buch ist anders! Das Thema allein ist schon hart, doch die art wie der Autor sie erzählt, macht es noch härter. Ich habe noch nie so etwas gelesen. Die Worte sind klar, sie sind fast hart. Erzählt in einer Versform, verzichtet Jason Reynolds auf alles, was die Worte, die Taten abmildern. Die Worte, die beschreiben wie ein Junge seinen Bruder verliert – wie ein Junge schon ohne Vater, Onkel und andere Menschen, die es einmal in seiner Nähe gab aufwachsen musste – ein Junge unter vielen.

Dieser Junge heißt Will. Und Wills Bruder Shawn ist tot. Erschossen als er für seine Mutter Seife gekauft hat. Erschossen von Menschen, die glaubten die REGELN gäben ihnen das Recht zu töten. Augen um Age – Zahn um Zahn.

Er lebt im Achten Stock eines Hauses. Acht Etagen um sich an die Regeln zu erinnern – um sich an seine Aufgabe zu erinnern – um sich an die Geschichte zu erinnern.

„Alle beherrschten Die Regeln

und Die Regeln beherrschten alle.“

Jason Reynolds – Long Way Down 2019 dtv

Diese Regeln bewegen, dieser Junge berührt – und die Geschichte hinterlässt – unglaublich viel Raum für Gedanken, für Gefühle, für das Leben. Erst vor kurzem habe ich einen Podcast über einen Selbstmordschlag gehört. Darin erzählten Menschen wie sie ihn erlebt, überlebt und weiter gelebt haben. Das war Realität. (Link zur Rezension) Diese Geschichte ist nicht real – doch irgendwie doch. Es gibt vielleicht Will Holloman nicht, aber nur weil er anders heißt und anders aussieht – gibt es ihn doch.

Immer wieder in den Vierteln der Großstädte, in den Zellen der Strafanstalten. 
Dort wo Jason Reynolds diese Geschichten gehört hat.
Dort wo er viele Will Hollomans getroffen hat.
Dort wo er die Regeln gelernt hat.
Dort wo er die Regeln gesehen hat.

Der Long Way Down ist in dieser Geschichte ein Aufzug – 8 Etage abwärts – doch er ist auch kein Aufzug. Es sind Geschichten, Gelegenheiten, Geister, Möglichkeiten – den Weg zu erkennen, den zu sehen, einen anderen Weg zu nehmen, umzukehren. Will hat 8 Etagen Zeit um zu überlegen was er tut, wenn das L aufleucht.

Diese Geschichte hat mich berührt. Diese Geschichte treibt mir jetzt, nachdem ich sie sacken lassen konnte, die Tränen in die Augen. Einer Abwärtsspirale über Generationen und Generationen – die bereits so lange andauert, das sich niemand mehr erinnern kann, das es vielleicht auch einmal anders war – anders sein kann.

Von mir gibt es nicht nur eine Leseempfehlung sondern ein MUSS.

Fazit: Long Way Down hätte eine langweilige, langatmige, ermahnende Erzählung sein können. Doch sie ist genau das Gegenteil. Sie ist schnell, sie ist hart, sie ist vorurteilsfrei, sie ist – ein Finger in der Wunde. Sie nimmt den Leser nicht in den Am, stattdessen zeigt sie auf, wie das Leben sein kann – ist. Reduziert auf – 3 Regeln.

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