Kim Fielding – Liebe ist nicht allmächtig

Es gibt einen neuen Roman von Kim Fielding! Als Fangirl musste ich direkt zuschlagen und diesmal habe ich mir sogar das Print geleistet. Nach Die Blechdose (Link zur Rezension) und Rattlesnake (Link zur Rezension) ist dies meine 3. Rezension zu einem ihrer Bücher. Auch wenn allein der Titel dieses Buches mich geärgert hat. Denn mal ehrlich, wie wissen das Liebe nicht allmächtig ist, aber Bücher und Autoren haben uns gefälligst vom Gegenteil zu überzeugen. Wenn der Alltag schon grau und trist ist, dann möchte ich wenigstens auf dem Papier meine Regenbogenland! Und jetzt hat Kim Fielding 246 Seiten um mir doch noch ihre Liebe zu beweisen.

Inhalt:

Jeremy Cox hatte keine sehr glückliche Kindheit. Er wuchs in einer Kleinstadt in Kansas auf, wurde in der Schule schikaniert und von seinen Eltern vernachlässigt. Aber er entkam dieser Enge und ging nach Portland, Oregon, wo er jetzt als Park Ranger arbeitet und versucht, Ausreißern und Obdachlosen zu helfen. Er ist mittlerweile schon über vierzig und hat sich mit seinem Leben arrangiert, da steht eines Tages sein ehemaliger Freund Donny, den er vor sechs Jahren an die Alkohol- und Drogensucht verlor, vor der Tür und zieht Jeremy unweigerlich mit in seine Probleme hinein. Und als ob das noch nicht genug wäre, trifft Jeremy einen faszinierenden, rätselhaften Mann, der seinerseits auch sein Bündel zu tragen hat.

Qayin Hill hat den Keller voller Leichen und den Kopf voller Dämonen. Er war früher drogensüchtig und kämpft auch jetzt noch mit Depressionen und Panikanfällen. Qay weiß nicht, ob er Jeremy seine Geheimnisse anvertrauen kann oder wie er darauf reagieren soll, dass Jeremy immer wieder versucht, ihn vor sich selbst zu retten.

Doch obwohl sie beide von ihrer Vergangenheit heimgesucht werden, finden Jeremy und Qay zusammen Leidenschaft, Freundschaft und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Jetzt müssen sie nur noch entscheiden, ob ihre Liebe wirklich die Macht hat, um – wie ein altes Sprichwort besagt – alles zu überwinden. Oder ob manche Hindernisse so hoch sind, dass selbst die größte Liebe vor ihnen kapituliert.

Quelle: Dreamspinner Press


weitere Werke der Autorin als Affiliate-Links für euch:


Meine Meinung:

Kim Fielding hat mich schon immer mit ihren Charakteren überzeugt. Ihre Protagonisten hatten es nie leicht im Leben und/oder standen gerade an einer Weggabelung und es konnte so und so ausgehen. William hatte in „Die Blechdose“ sein Leben überdacht und hat nach seiner Scheidung von seiner Frau als Hausmeister eine Unterkunft und den Freiraum zum Nachdenken gefunden Plus Colby der ihm Freund und vielleicht sogar mehr sein kann. Und Jimmy in „Rattlesnake“ ist Landstreicher und ist nur deshalb nicht Obdachlos, weil er noch sein Auto hat – zumindest bis er entschließend einen Brief nach Rattlesnake zu bringen und es dort verreckt. Doch kann auf ihn ein Mann, ein Job und eine Familie warten – wenn er den Mut hat zu bleiben und zu vertrauen.

Und in „Liebe ist nicht allmächtig“ gibt es wieder 2 Männer. Diesmal sogar aus der selben Kleinstadt in Kansas, doch mit völlig verschiedenen Leben. Jeremy hat seine Kindheit voller Mobbing durch Mitschüler und lieblosen Elternhaus mit einem Stipendium hinter sich lassen können. In Portland ist er jetzt Ranger und liebt sein Leben. Nur der richtige Mann fehlt ihm noch. Doch Quay hatte nicht so viel Glück. Er musste sich seine Freiheit von der Familie vor Gericht erstreiten und seine Vergangenheit hat ihn nie losgelassen. Stattdessen trieb sie ihn zum Drogenmissbrauch und ins Gefängnis. Doch jetzt ist er seit einigen Jahren clean und kämpft für eine Zukunft, auch wenn seine Gegenwart nicht rosig ist. Er ist allein und versucht unsichtbar zu sein. Doch dann betritt ein Teil seiner Vergangenheit sein Leben und nun braucht er Vertrauen in sich, in Jeremy, in seine Zukunft und die Welt. Doch die Veragngenheit ist immer da.

Kim Fieldings komplexe Hauptfiguren die mit ihren Leben kämpfen, sich aber nicht im Jammertal verkriechen haben mir immer gefallen. Auch dieses Mal kann ich da einfach nicht bemängeln. Vielleicht sind ihre Nebencharakter etwas klischeehaft geraten, aber die waren sowieso nur Staffage und damit uninteressant. Wieder hat sie wunderbar den Wunsch nach Nähe wie auch die Angst vor Nähe gezeichnet. Die Hoffnung aber auch die Hoffnungslosigkeit die Zukunft und Vergangenheit in sie bergen.
Und das egal wie oft es auch bergauf geht, auch immer einmal wieder das Abwärts droht, egal wie sehr man sich bemüht.

Zu bemängeln hat ich nur, das die Geschichte gerade in der ersten Hälfte keine richtig Fahrt gewinnt. Sie plätschert nur vor sich hin und man muss dranbleiben und zum richtig guten Teil zu kommen. Aber es lohnt sich. Mich hat es nur marginal gestört, da die Bücher von Kim Fielding sowieso nie besonders Aktionsreich dafür von einer seltenen Tiefe sind.

Fazit: Insgesamt konnten mich Jeremy und Quay wieder voll überzeugen. Wer M/M-Lovestory mit Tiefe sucht, der ist hier auf jeden Fall richtig.

Tagged , , , , , . Bookmark the permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.