Heidi Cullinan & Marie Sexton – Familie auf italienisch

Heidi Cullinan & Marie Sexton – Familie auf italienisch

Ich habe eine ziemliche Schwäche für Outing-Storys. Ob die Protagonisten darin nun 17, 25 oder 40 Jahre alt sind, ist ziemlich egal. Wichtig ist, das die Gründe für ihr Outing (gerade wenn es im späteren Alter geschieht) realistisch dargelegt werden und/oder die Hindernisse für dieses gezeigt werden. Daher hab ich auch zu diesem Buch gegriffen. Warum fragt sich ein 40 jähriger Mann „plötzlich“ ob er vielleicht schwul ist? Sorry, aber 3 gescheiterte Ehen führen doch sicher nicht gleich dazu, „das Ufer wechseln“ zu wollen, b.z.w. so funktioniert die Welt nicht. Dann müsste sich meine Mutter ja auch fragen, ob sie vielleicht doch auch überlegen, ob sie es als nächstes mit Frauen versuchen soll. Also mal schauen, was hinter der etwas holprigen Inhaltsangabe steckt.

Inhalt: 

Mit knapp vierzig und nach drei gescheiterten Ehen muss sich Vince Fierro die Frage stellen, ob er nicht vielleicht doch schwul ist. So beängstigend der Gedanke angesichts seiner konservativen, italienischen Familie auch ist, so entschlossen setzt er sich mit dem Thema auseinander und durchstreift die örtlichen Schwulenbars. Dabei läuft er dem jungen Studenten Trey aus seiner Nachbarschaft über den Weg, der zwischen zwei Jobs und schwierigen Familienverhältnissen wenig Gelegenheit zum Abschalten hat. Aber bei Vince kann er sich fallen lassen und so treffen die beiden eine Abmachung: keine Dates und kein Sex, einfach zwei Männer, die Zeit zusammen verbringen – bis plötzlich doch Gefühle mit im Spiel sind…  (Quelle: Cursed Verlag)


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Meine Meinung:

Die Geschichte von Vince beginnt etwas holperig und plump. Als ob man/Mann sich einfach so überlegt, jetzt bin ich mal schwul! Das hat mir Vince erstmal verhagelt. Doch im Laufe der Geschichte relativierte sich das Ganze. Nachdem man etwas mehr von ihm, seiner Vergangenheit und seinem Umfeld erfahren hat. Trotzdem muss ich für den – für mich – missglückten – Einstieg, doch einen Punkt abziehen.

Ansonsten fand ich die Story wirklich gelungen, ob nun Trey – der auf Grund seiner schwierigen familiären Situation – verlernt hat zu vertrauen oder Vince, der trotz seiner Angst, auf rund seiner Liebe seine Familie zu verlieren und natürlich Vince Familie, die so typisch italienisch ist, das es einfach herrlich ist. Sie rotten sich zusammen, wollen ihre Mitglieder immer verkuppeln, sie integrieren und sie beschützen. Auch wenn sie dabei regelmäßig über die Stränge schlagen, sie sind einfach nur liebenswert. Aber ob sie es auch bleiben, wenn sie erfahren, wenn sich Vince als Lebenspartner erwählt hat?

Überrascht hat mich die Geschichte, weil ich mit einigen Wendungen nicht gerechnet habe. an einigen stellen, gab es einfach andere Reaktionen oder Umwege, als ich vermutet habe. Das kommt nicht allzu oft vor und freut mich. auch das die Autorin ihre Protagonisten charakterlich durchgezogen hat. Trotzdem hat sie kleine Überraschungen eingebaut. Was insgesamt zu einem regelrecht spannenden Leseerlebnis geführt hat. Heidi Cullinan (bereits gelesen „Love Lessons #1) entwickelt sich so langsam aber sicher zu einer meiner liebsten Gay-Autorinnen und auch mit Marie Sexton habe ich mich langsam ausgesöhnt, nachdem sie mich „Ganz Normal“ enttäuscht hatte.

 

Fazit: Nach einem etwas merkwürdigen Einstieg konnte mich die Geschichte von Vince und Trey doch noch überzeugen. Und ich werde mich wohl in Zunkunft schwer von Heidi Cullinan fernhalten können, wenn mir ihre Bücher begegnen.

 

 

2 Replies to “Heidi Cullinan & Marie Sexton – Familie auf italienisch”

  1. Hi, du hast dein Empfinden für die Geschichte gut eingefangen. Auch ich kam nur etwas schwer rein, aber Heidi Cullinan hat das Rundherum um die beiden Protagonisten wirklich toll hinbekommen. Die Dynamik der Familie(n), das Miteinander der einzelnen Personen … Für mich ist sie bereits auf der Liste „Lieblingsautoren“ angekommen. Spätestens nach „Carry the Ocean“ (soll wohl bald auf deutsch kommen) und „Shelter the sea“ steht sie bei mir auf einem Podestplatz.
    LG Elke

    1. Danke.

      Hast du Love Lessons auch schon gelesen? Ich beneide dich, das du auf englisch Lesen kannst. Für mich ist das ein Krampf. Da bin ich zu langsam und das funktioniert mit meiner Ungeduld so gar nicht 🙁

      Lg Kathleen

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